Drucken
Dressur

Dressur... Gedanken von Ulrike Rahn

Alles bewegt sich heutzutage schnell. Alles soll im Hau-Ruck-Verfahren funktionieren.

Nur mit der Ausbildung von Pferd und Reiter funktioniert das nicht und man muss auf ein gesundes Fundament bauen können. Unsere Pferde sollen doch schön, elastisch und gymnastizeiert werden.

Wie wir wissen, ist jedes Pferd - wie wir Menschen auch - ein eigenständiges Individuum und um dieses als Partner gut zu kennen, muss man als Mensch viel Zeit, jede Menge Passion, Liebe und noch mehr Geduld mitbringen.

Die alten Reitmeister kannten damals noch keine "Knopfdruck-Mentalität" und "Fun-Gesellschaft". Sie hatten Geduld und waren uns deshalb im Umgang mit dem Pferd weit voraus.

Die Skala der Ausbildung (gültig für Dressur- und Springpferde) ist die Grundlage für eine erfolgreiche reiterliche Zusammenarbeit von Pferd und Reiter. Das Endziel der Dressur ist die vollendete Harmonie zwischen Reiter und Pferd - also Schönheit - man muss dem Pferd ansehen, dass es sich wohl fühlt, und darf dem Reiter nicht anmerken, wie schwer der Weg ist. Grundlage hierfür ist auch ein tiefes Vertrauen.

Wie häufig wird die vermeintliche Unfähigkeit des Reiters auf die Sturheit des Pferdes geschoben und so manch ein Vierbeiner bleibt dabei auf der Strecke. Schade, denn beim Reiten geht es nicht nur um sportliche Betätigung, um Erfolg, Ruhm oder nettes Freizeitvergnügen, es geht in erster Linie um Verantwortung. Wer das nicht einsieht, sollte besser Tennis spielen.

Aus dieser Verantwortung heraus sollte sich jeder Reiter mit den Grundlagen der Ausbildungsskala beschäftigen. Es geht nicht darum, dass jeder ein Pferd korrekt ausbilden kann - das wird nicht funktionieren. Talent, Können und das "richtige Händchen" sind rar gesät. Aber jeder ist in der Lage, sich über die Bedürfnisse seines Pferdes zu informieren, sie zu begreifen und auf diese Weise zu lernen, reiterliche Probleme besser einzuordnen sowie guten von schlechtem Unterricht / Beritt zu unterscheiden.

Reiten als Denksport? Dem roten Faden der unvergleichlich effektiven Schulungsmethodik der Ausbildungsskala kann sich weder Turnier- noch Freizeitreiter entziehen, denn sie befasst sich inhaltlich mit den komplexen physikalischen und anatomischen Gesetzmäßigkeiten.

 

1.)  Takt

2.)  Losgelassenheit

3.)  Anlehnung

4.)  Schwung

5.)  Geraderichtung

6.)  Versammlung

 

Sich auf einem Pferd zu halten, lernen mit der Zeit viele. Aber nur wer die Inhalte der Ausbildungsskala versteht, hat die Chance mit der Zeit reiten zu lernen.